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Reconnect 2011

Vom: Saturday, 12. February 2011   bis: Sunday, 13. February 2011

Ohne Blick in die Vergangenheit kein Blick in die Zukunft

Ambassadorial Scholars kommen nach ihrer Rückkehr bei der 1. Returnees-Celebration zusammen, um über Vergangenes zu berichten und mit den Alumni die Zukunft zu besprechen.



Alumni Celebration der RFAD in Hamburg„Land und Leute lernt man am besten kennen, wenn man mit dem Taxifahrer spricht!“ weiß Demian von Osten zu berichten, Kulturstipendiat der Rotary Foundation nach Amman, Jordanien. Hiermit belassen es die Stipendiaten der Rotary Foundation allerdings nicht, wenn sie ins Ausland gehen. Schließlich steht der Kontakt mit den einheimischen Gastgebern im Fokus des Stipendiums und ist damit eine Verpflichtung für die sog. „Botschafter des guten Willens“. Eine Verpflichtung, der sie immer wieder gern nachkommen, wie die 1. Returnees-Celebration der Rotary Foundation Alumni Deutschland (RFAD) bewies, die am 12. Februar in Hamburg stattfand. Organisiert wurde die Veranstaltung von Vorstandsmitglied Christoph Sänger und RFAD-Mitglied Freya Morigerowsky.


Die RFAD hatte in die Hansestadt geladen: Gäste und gleichzeitig Gestalter der Celebration waren die Returnees, also diejenigen Stipendiaten, die sich im April 2009 in Münster das erste Mal getroffen hatten, um sich auf dem von der RFAD ins Leben gerufenen jährlichen Orientierungsseminar für ihr bevorstehendes Auslandsjahr vorzubereiten. Ende 2010 kehrten sie nach Deutschland zurück. Genug Zeit und Erfahrung im Ausland hatten also alle im Gepäck, um hiervon zu berichten.


Den ersten der drei Vorträge gab Demian von Osten, der von seiner Zeit in Jordaniens Hauptstadt Amman („mit Betonung auf dem letzten a!“, wie er schmunzelnd belehrte) berichtete. Mit Fotos und Videos entführte er die Zuhörer in eine bezaubernde Welt, die sich ihrer westlichen Einflüsse durchaus bewusst ist und diese zum Teil geschickt zu kombinieren weiß. Von geradezu umwerfender Gastfreundschaft wusste Demian von Osten zu berichten, eine Gastfreundschaft, die manchmal beschämt, die aber auch zeigt, dass Völkerverständigung funktionieren kann – man muss es nur wollen.


Wenn es zum Studieren in die USA geht, dann ist fast alles anders. Magdalena Gehring (AS in die USA) verglich im zweiten Vortrag die Universitätssysteme der USA und Deutschland: Campus-Unis gibt es in Deutschland in wenigen Städten, in den USA hingegen sind sie die Regel. Und die Betreuung der Studenten ist an deutschen Maßstäben gemessen gigantisch. Es gab aber nicht nur Lob am US-amerikanischen Bildungswesen. Auch leichte Kritik klang an, als es um die Frage der Tiefe der Ausbildung ging oder mangelnde Freiheit bei der Fächerwahl. Das alles zählt zu den Erfahrungen eines Ambassadorial Scholarships: Die Unterschiede erkennen, sich auf sie einstellen und sie erleben.


Unterschiede erlebte auch Xaver Hausner, der im dritten Vortrag von seiner Zeit in Neuseeland berichtete. Zum Beispiel den Linksverkehr. An sich nichts außergewöhnliches – außer man ist mit dem Fahrrad auf dem Weg von der Nord- zur Südspitze des Landes, immerhin 3.500 km. Wenn dann noch 30.000 Euro an Spenden für das bekannte Rotary Projekt Polio Plus herauskommen, die durch die gestrampelten Kilometer eingefahren wurden, erhöht sich der Respekt vor der sportlichen wie auch humanitären Leistung der Organisatoren der „Journey of Hope“ (polio.org.nz). Die rotarische Auszeichnung mit einem sog. „Paul Harris“ hatten sich Xaver Hausner gemeinsam mit seinem Freund Oliver Macindoe da wirklich verdient.


Nach diesen Blicken in die Vergangenheit richteten sich die Blicke der Teilnehmer in die Zukunft. Der Vorstand der RFAD berichtete auf der Mitgliederversammlung zwar auch von vergangenen Projekten des letzten Jahres, legte den Fokus aber auf das, was kommt. Insbesondere die Wahl des neuen Vorstands, der mit Beginn des neuen rotarischen Jahres am 1. Juli sein Amt antreten wird, stand an. Da sowohl Henning Blaufuß aufgrund der Verlagerung seines rotarischen Engagements wie auch Christoph Schmieder aus beruflichen Gründen für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung standen, stimmten die Mitglieder über die neue Besetzung ab: Mit Christoph Sänger (Präsident), Xaver Hausner (Vizepräsident), Freya Morigerowsky (Schriftführerin) und Kathrin Schilling (Schatzmeisterin) wurde der neue Vorstand bestätigt. Das Protokoll zur Mitgliederversammlung geht den Mitgliedern der RFAD in Kürze persönlich zu.


Der Abend galt ebenfalls der Zukunft: Prof. Dr. Horst W. Opaschowski, der „Mr. Zukunft“ oder auch „Zukunftspapst“ genannt wird, war der Einladung der RFAD auf die Cap San Diego im Hamburger Hafen gefolgt und zog die Teilnehmer mit seinen zehn Zukunftsthesen in den Bann. Eine seiner Thesen: Jeder Arbeitnehmer muss sich in Zukunft selbst des Unternehmertums annehmen, auch wenn er in abhängiger Beschäftigung lebe. Oder wenn es um die Rolle der Frau in Beruf und Gesellschaft geht: Diese sei bald von so starker Bedeutung, dass es auf Quoten letztlich gar nicht mehr ankomme. Jeder dieser Thesen forderte zum Nachdenken auf, was auch die rege Diskussion im Anschluss an den Vortrag bewies.


Die Alumni entließen Prof. Opaschowski erst weit nach der vereinbarten Zeit in den kalten Hamburger Abend. Sie selbst genossen ein letztes frisch gezapftes Bier an der Salonbar der Cap San Diego und ließen die 1. Returnees-Celebration der RFAD noch einmal Revue passieren.


Henning Blaufuß


Bilder der Alumni Celebration


 

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