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Orientierungsseminar 2009

Vom: Friday, 13. March 2009   bis: Sunday, 15. March 2009

„Die Karten sind die gleichen, aber die Regeln sind anders.“ – RFAD mischt international


Ein Tagungsraum in der Jugendherberge Münster. Die „Rotary Foundation Alumni Deutschland“ (RFAD) hat zum Workshop geladen. An sieben Tischen sitzen immer fünf Personen im Alter von 22 bis 35. Sie spielen Karten und alle schweigen. Wenn man genauer hinsieht, entdeckt man, dass viele Spieler aufgeregt sind. Sie gestikulieren mit den Armen, schütteln den Kopf und rollen mit den Augen. Unverständnis paart sich mit Verdruss. Einige Spieler lachen schon, weil sie denken, sie hätten die Regeln nicht richtig gelesen. Oder sind es die anderen, die nach falschen Regeln spielen?
Die Leiterinnen des Spieles kennen solche Gefühle aus eigener Erfahrung, denn sie haben bereits in fremden Ländern und Kulturen gelebt. Sie sind Mitglieder des Vereins „Rotary Foundation Alumni Deutschland“ (RFAD) und bereiten vom 13.-15. März Stipendiaten der Rotary Foundation auf ihr bevorstehendes Jahr im Ausland vor. Das Kartenspiel simuliert, wie es ist, wenn man sein Gegenüber nicht versteht. Denn die sieben Tische spielen zwar mit den gleichen Karten, aber die Regeln sind immer anders. Wechselt einer der Spieler seinen Tisch und steigt in ein anderes Spiel ein, kommt es zwangsläufig zu Unverständnis. Um ähnlichen Situationen im Gastland vorzubeugen, tut man gut, sich vorher schon über die Regeln zu informieren. Genauso wichtig ist es, neugierig zu sein und Fragen zu stellen, wenn man das Gefühl hat, die Lage nicht richtig einschätzen zu können. Denn das verhindert, dass man als Besserwisser dasteht, rät Ruprecht Polenz (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und Bundestagsabgeordneter der Stadt Münster. Um Einblicke in eine Kultur zu bekommen, empfiehlt er den Stipendiaten, sich Romane über ihr Gastland zu besorgen. Denn Künstler und Schriftsteller können die Feinheiten eines Landes oft subtiler einfangen und vermitteln, als das beispielsweise bei einem Reiseführer der Fall wäre. Nach einem spannnden Vortrag über seine eigene Arbeit, stand Ruprecht Polenz den Stipendiaten für viele interessierte Fragen zur Verfügung.
Ein starkes NetzzwerkJedes Jahr schickt die Rotary Foundation bis zu 40 deutsche Studenten und Studentinnen zum Studium ins Ausland. Sie sind Teil eines weltweiten Stipendienprogrammes. Zur Auswahl stehen mehrere Programme – Studieren, Sprachen lernen oder eine Ausbildung zum Friedens- und Konfliktforscher. Das Ziel ist ehrgeizig: Völkerverständigung und Weltfrieden. Das Außergewöhnliche an dem Ambassadorial Scholarship der Rotary Stiftung: Zusätzlich zu der finanziellen Unterstützung werden die Studenten von örtlichen Rotary Clubs intensiv unterstützt und in Aktivitäten vor Ort sowie die Rotary Gastfamilie eingebunden. In Vorträgen werden sie von Deutschland und Europa erzählen und sich bei ehrenamtlichen Projekten beteiligen. Unkraut jäten, Schulen renovieren oder Geld für wohltätige Zwecke einsammeln sind nur einige Beispiele. Der Grund für dieses Engagement ist eng an das Stipendium gebunden: Das Ambassadorial Scholarship macht aus den Studenten „Botschafter des Guten Willens“.
Das traditionell stattfindende Vorbereitungsseminar der RFAD ist obligatorisch für die Stipendiaten. Hier erfahren sie nicht nur wertvolle Informationen über Versicherung, Studiengebühren, „interkulturelle Fettnäpfchen“ und wie sie mit solchen Hindernissen umgehen. Sie haben auch Gelegenheit, sich gegenseitig sowie aktive Alumni kennen zu lernen. Deswegen sitzen am Abend alle noch lange zusammen. Ehemalige plaudern aus dem Nähkästchen und die aktuellen Stipendiaten tauschen Adressen aus, um während ihrer Zeit im Ausland in Kontakt zu bleiben.
Nach ihrer Rückkehr können sich die Stipendiaten vertrauensvoll in das national und international weitreichende Netzwerk der RFAD fallen lassen. So manch einem wird die Rückkehr in das eigene Land oder sogar der bevorstehende Berufseinstieg erleichtert. „Für mich war dieses Eingebundensein in die rotarische Familie während meines Auslandjahres und danach das Wichtigste an meinem Stipendium“, schwärmt Johanna Schubert, die ein Jahr in Wales studierte. Sie ist mittlerweile Präsidentin des Vereins und versucht so, etwas von dem, was sie durch Rotary erfahren hat, an die nächsten Generationen der „Botschafter des Guten Willens“ zurückzugeben.

Freya Morigerowsky